IWF gibt sich mit Blick auf Chinas Wirtschaft optimistisch
2019/04/10

Der Internationale Währungsfonds hat für die chinesische Volkswirtschaft am Dienstag ein Wachstum von 6,3 Prozent im laufenden Jahr prognostiziert. Damit hebt die Institution ihre Prognose im Vergleich zum Januar um 0,1 Prozentpunkt an. Analysten zufolge ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stabil, was auch an den unterstützenden Maßnahmen der Regierung liege.

Der jüngste World Economic Outlook, der zu Beginn der Frühjahrssitzungen des IWF und der Weltbank in Washington veröffentlicht wurde, sagte auch voraus, dass die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in diesem Jahr um 2,3 Prozent wachsen werde, 0,2 Prozentpunkte weniger als in der früheren Prognose des IWF. Die Aussichten für China liegen im Bereich der Zielmarke des Landes, die in diesem Jahr ein Wachstum von 6 bis 6,5 Prozent vorgibt.

Auch die allgemeinen Aussichten für die aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften sind weiterhin günstig. Chinas Wachstum dürfte sich allmählich auf ein nachhaltiges Niveau verlangsamen. Es prognostiziert, dass das Wachstum des Landes im Jahr 2020 auf 6,1 Prozent sinken werde. „Chinas Wachstum wird sich stabilisieren“, sagte Cheng Shi, Chefökonom bei ICBC International.

„Da China seine Bemühungen um eine Stabilisierung des Wachstums verstärkt hat, zeigte seine Wirtschaft im ersten Quartal Anzeichen von Stabilität und könnte sich im zweiten Quartal weiter festigen“, sagte er der China Daily.

Chinas Geschäftsaktivitäten haben sich im März belebt und die Markterwartungen übertroffen. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes wuchs wieder, nachdem er zuvor drei Monate in Folge zurückgegangen war.

IWF-Chefin Christine Lagarde sagte kürzlich in einem Interview mit China Central Television, dass die wirtschaftliche Entwicklung Chinas einen Fokus auf Qualitätswachstum und nicht notwendigerweise ein Mengenwachstum erlaube. „Chinas Entwicklung ist eindeutig in einer Phase, in der es sich das leisten kann und es sollte sich das leisten“, so Lagarde.

Im vergangenen Jahr sei das Wachstum der Weltwirtschaft geschwächt worden, was vor allem auf die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA, restriktiverer Kreditvergabe, wirtschaftliche Schwierigkeiten in Argentinien und der Türkei, Probleme in der Automobilwirtschaft in Deutschland und eine straffere Finanzpolitik in entwickelten Volkswirtschaften zurückzuführen sei. All dies habe die globale Expansion deutlich geschwächt, sagte IWF-Chefökonomin Gita Gopinath.

„Da diese Schwäche voraussichtlich auch im ersten Halbjahr 2019 anhalten wird, geht unser neuer World Economic Outlook für 2019 für 70 Prozent der Weltwirtschaft von einer Verlangsamung des Wachstums aus“, schrieb sie am Dienstag in einem Blog.

Angesichts der verbesserten Aussichten für das zweite Halbjahr 2019 werde das globale Wachstum im Jahr 2020 laut dem IWF-Bericht voraussichtlich auf das Niveau von 2018 von 3,6 Prozent zurückkehren.

Quelle: http://german.china.org.cn

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